Saunabesucher werden abkasiert

Wegen eines Urteils des Bundesfinanzhofs darf seit dem 1. Juli 2015 für Saunabesuche nicht mehr der ermäßigte Steuersatz in Höhe von 7 Prozent angesetzt werden, es gilt nun der 19-Prozent-Regelsteuersatz. Das NRW-Finanzministerium kalkuliert mit zusätzlichen Steuereinnahmen für die Landeskasse in Höhe von 3 Millionen Euro.

 

Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage von Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion. Schneider befürchtet, dass etliche Saunabesucher auf diese Gesundheitsvorsorge verzichten werden, wenn die zusätzliche Steuerbelastung durch höhere Preise an die Verbraucher weitergegeben wird. „Saunabesuche haben einen positiven Einfluss auf das Allgemeinbefinden und können so zur Gesundheitsvorsorge beitragen. Es ist sehr bedauerlich, dass Saunagäste nun vermutlich mehr für ihren Saunabesuch bezahlen müssen, bei dem meistens nicht nur der Vergnügungs-, sondern vor allem auch der Gesundheitsvorsorgeaspekt im Vordergrund steht.“

 

Die Umstellung des Steuersatzes bedeutet für etliche Betriebe einen nicht unerheblichen bürokratischen Mehraufwand. Allein in NRW dürften laut Aussage der Landesregierung gut 700 überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen betroffen sein. „Die Neuregelung ist bürokratisch und für die Verbraucher kaum nachvollziehbar“, bemängelt Schneider. Die FDP-Gesundheitsexpertin befürchtet daher auch eine Klagewelle gegen die Neuregelung.

 

Die Landesregierung räumt in ihrer Antwort einen Beitrag den Saunabesuchen für die Gesundheit ein. Schneider fordert die Landesregierung daher auf, negative Auswirkungen für die Bürger und Unternehmen bei der aktiven Gesundheitsvorsorge durch einen zielgerichteten Einsatz der Steuermehreinnahmen aus der Saunasteuer abzufedern. „Die Mittel gehören zielgerecht in bessere Gesundheits- und Präventionsarbeit eingesetzt“, findet Schneider.