Schneider: Gerade Jungen haben Nachholbedarf

Bundesweit findet morgen der Aktionstag Girls’ Day und Boys‘ Day statt, an dem Mädchen und Jungen besonders über die Berufe informiert werden, in denen Frauen beziehungsweise Männer unterrepräsentiert sind. Auf Initiative von Susanne Schneider, gleichstellungspolitischer Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, ist der diesjährige Aktionstag im Landtag NRW (25.04.2016) erstmals als Girls‘ und Boys’ Day veranstaltet worden. Bislang hatte der Landtag NRW nur einen Girls’ Day ausgerichtet. Susanne Schneider erklärt:

 

„Das Anliegen des Girls’ Day, mehr Mädchen für Ausbildungsberufe und Studiengänge etwa in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen, in denen Frauen bisher eher unterrepräsentiert sind, unterstütze ich voll und ganz. Allerdings sollten nicht nur Mädchen und junge Frauen für vermeintliche Männerberufe begeistert werden, sondern auch junge Männer für so genannte Frauenberufe. Schon heute gibt es in den medizinisch-pharmazeutischen, pflegerischen und erzieherischen Bereichen einen akuten Mangel an männlichen Nachwuchskräften. Die einseitige Berufswahl ist häufig noch an klassische Rollenbilder geknüpft, dabei hat sich die Gesellschaft längst für viele individuelle Lebens- und Berufsmodelle geöffnet. Von daher freue ich mich, dass auf unsere Initiative hin nun sowohl Mädchen als auch Jungen im Landtag vielfältige Berufe ausprobieren konnten.

 

Der Boys’ Day hat zu lange ein Schattendasein gepflegt. Dabei gehören Jungen laut zahlreicher Studien schon länger zu den Bildungsverlierern: In der Schule haben Jungen häufig schlechtere Noten und besuchen seltener das Gymnasium. Alarmierend ist zudem, dass fast zwei Drittel der Schulabbrecher männlich sind. Das ist ein besorgniserregender Trend. Denn ohne Schulabschluss und mit schlechten Noten ist der Weg in qualifizierte Berufe dann extrem schwer. Mein Appell lautet daher: Statt ausschließlich Mädchen zu fördern, wie es die rot-grüne Landesregierung in NRW seit langem unverändert tut, müssen endlich auch die Jungen genau in den Blick genommen und stärker individuell gefördert werden.“