Schneider: Anhörung bestätigt FDP Forderung nach Ausweitung der Erste-Hilfe-Angebote

v.l. Prof. Dr. Bernd W. Böttiger, Sabine Wingen, Susanne Schneider MdL, Dr. Peter Gretenkort
v.l. Prof. Dr. Bernd W. Böttiger, Sabine Wingen, Susanne Schneider MdL, Dr. Peter Gretenkort

Die Experten in der Anhörung zum Antrag der FDP-Fraktion „Leben retten – Förderung der Ersten Hilfe und Wiederbelebung durch Laien bringt mehr Erfolg“ begrüßten das Vorhaben, die Erste Hilfe durch niedrigschwellige Angebote zu stärken und die Unterrichtung von Schülerinnen und Schülern in Schulen ab der 7. Klasse umzusetzen. Hierzu erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin, Susanne Schneider MdL:

 

„Die Anhörung hat die besondere Bedeutung der Ersten Hilfe für die Notfallversorgung in unserer Gesellschaft herausgestellt. Sie hat eine wichtige soziale aber auch volkswirtschaftliche Komponente. Etwa die Hälfte der von einem Herzkreislaufstilland betroffenen Personen sind unter 65 Jahre alt und damit im erwerbsfähigen Alter. Also auch aus Sicht der Gesundheitsökonomie ist es wichtig, dass Grundkenntnisse zu Wiederbelebungsmaßnahmen in der Bevölkerung vorhanden sind. Jeder kann sie glücklicherweise erlernen und damit potentieller Ersthelfer sein. Leider liegt der Anteil derjenigen, die mit einer Reanimation beginnen würden bei unter 30 Prozent, in den skandinavischen Ländern liegt dieser bei über 70 Prozent. Hier muss von Seiten des Ministeriums mehr unternommen werden, damit die Bereitschaft zur Ersten Hilfe steigt. In Dänemark konnte auch durch die gezielte Förderung von Schülern die Hilfsbereitschaft verdreifacht werden.“

 

Je früher also Erkenntnisse in diesem Bereich erworben werden können, desto besser. Dies betonte vor allem Professor Bernd Böttiger, Vorsitzender des Deutschen Rats für Wiederbelebung. In der Anhörung kritisierte er die noch immer nicht erfolgte Umsetzung des Beschlusses der Kultusministerkonferenz, Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse in Erste-Hilfe zu unterrichten. Susanne Schneider betont: „Seit zwei Jahren wird hier in NRW vertagt und vertröstet, während andere Bundesländer schon längst gehandelt haben. Nordrhein-Westfalen muss beim Thema Wiederbelebung zurück zum Puls der Zeit.“