Schneider: Entsetzen über fehlende Kontrolle des vermeintlichen "Wunderheilers"

Laut WDR-Recherchen ermittelt die Polizei inzwischen in 70 Todesfällen von Patienten, die nach einer Behandlung in einem alternativen Krebszentrum in Brüggen verstorben sind. Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, zeigt sich entsetzt über die fehlende Kontrolle der Einrichtung.

 

„Ich bin erschüttert über die neusten Verdachtszahlen von 70 Todesfällen und entsetzt über die Untätigkeit der Behörden. Der vermeintliche `Wunderheiler´ konnte anscheinend über Jahre Krebspatienten mit nicht zugelassenen Wirkstoffen behandeln, ohne dass die Aufsichtsbehörden eingeschritten sind“, sagt Susanne Schneider.

 

Dies sei aber nur ein besonders eklatantes Beispiel für bestehende Missstände im Heilpraktikerwesen. „Schwer kranke Menschen begeben sich in die Hände von Therapeuten, die mitunter zweifelhafte Qualifikationen haben und verzichten dabei auf die eigentlich notwendige schulmedizinische Behandlung.“ Heilpraktiker dürfen in Deutschland auf der Grundlage eines Gesetzes von 1939 ohne geregelte Ausbildung und ohne Überprüfung von Qualitätsstandards eigenverantwortlich Patienten behandeln. Die Abgeordnete hat erst diese Woche eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, in der sie die Ausbildungsstandards von Heilpraktikern hinterfragt. Zuvor hatte Suanne Schneider bereits eine Anfrage zum Thema Homöopathie gestellt.

 

Schneider: „Ich bin auch von Gesundheitsministerin Steffens sehr enttäuscht. Frau Steffens schweigt zu den Vorfällen und lässt die betroffenen Angehörigen alleine. Statt einer öffentlichen Stellungnahme der Ministerin kommt vom Gesundheitsministerium nur eine interne Verwaltungsinformation an die Gesundheitsämter. Fühlt sie sich etwa als bekennende Anhängerin von Homöopathie und alternativer Medizin selbst in Frage gestellt?“