Schneider: Polio-Ausrottung muss Vorbild für Umgang mit Masern werden

Der 1988 von der WHO ins Leben gerufene Welt-Poliotag verfolgt das Ziel, die Bevölkerung zu Auffrischungs-Impfungen zu motivieren, um eine Rückkehr der nahezu ausgerotteten Krankheit zu verhindern. Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Susanne Schneider, hat aktuell einen Antrag in den Landtag eingebracht, der das Ziel verfolgt, mehr Menschen zu Impfungen zu ermutigen.

 

Poliomyelitis, auch Kinderlähmung genannt, ist eine Infektionskrankheit, die verbunden mit dauerhaften Lähmungserscheinungen tödlich enden kann. Erst in den 1960 Jahren konnte durch den flächendeckenden Einsatz von Impfungen die Krankheit erfolgreich zurückgedrängt werden. Seit dem letzten Fall 1990 gilt sie in Deutschland als ausgerottet. „Leider wird der erfolgreiche Einsatz der Impfung Opfer ihres Erfolgs, denn die Impfbereitschaft in der Bevölkerung lässt nach. Heute findet gar eine ideologische Impfskepsis Verbreitung“, erklärt Susanne Schneider. In einem hochentwickelten Land wie Deutschland stehen ausreichend Impfstoffe gegen Polio zur Verfügung. Für eine dauerhafte Immunisierung sollte eine Auffrischung erfolgen.

 

Doch es gibt auch andere Krankheiten, die schon heute ausgerottet sein könnten: insbesondere die Masern. „Die Masern sollten seit 2010 aus Europa verschwunden sein, doch die zu niedrigen Impfquoten werfen dieses Ziel immer weiter zu zurück. Ich kämpfe dafür, dass wir mit flächendeckenden Impfungen endlich das WHO-Ziel für Masern erreichen. Jeder Todesfall, der in Zusammenhang mit dieser Infektionskrankheit steht, ist ein Todesfall zu viel. Wir brauchen keine ideologiegetriebene Gesundheitspolitik, die Impfkritiker hofiert, sondern eine Gesundheitspolitik, die die Empfehlungen der unabhängigen ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI zur Grundlage ihrer Präventionsarbeit macht.“