Schneider: Impfgegner-Film "Vaxxed" ist brandgefährlich

Mehr als 160 Menschen sind kürzlich in Duisburg an Masern erkrankt, da sie nicht gegen die ansteckende Infektionskrankheit geimpft waren. Bleibenden Schäden durch schwere Komplikation wie eine Gehirnhautentzündung sind durch diese Krankheit nicht unwahrscheinlich. Einer von 1000 Masernfällen verläuft laut Statistik tödlich. Vor diesem Hintergrund ist die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Susanne Schneider, irritiert, dass ein Essener Kino dem höchstumstrittenen Impfgegner-Film „Vaxxed“ eine Plattform bietet.

 

„Impfgegner Andrew Wakefield ist als Fälscher von Studien enttarnt worden und die britische Ärztekammer hat ein Berufsverbot gegen ihn ausgesprochen. Seine Thesen sind lange widerlegt. Die perfide Art, Eltern, die das Beste für ihre Kinder wollen, derart zu verunsichern, passt in die aktuelle Zeit von alternativen Fakten und Fake News. Es ist bedauerlich, dass ein mit Landesmitteln gefördertes Kino diesen kruden Thesen so viel Raum bietet und auch bei der Besetzung der Podiumsdiskussion eher impfkritische Stimmen zu Wort kommen lässt“, sagt Susanne Schneider. So hat eine Vertreterin des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke in einer Expertenanhörung im Landtag eine ablehnende Haltung zur Masernimpfung eingenommen. Obwohl diese von der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfohlen wird.

 

„Die Verbesserung des Impfschutzes sowie eine Erhöhung der Impfraten sollten ein vorrangiges Ziel Gesundheitspolitik darstellen“, betont Schneider. Wer aus ideologischen Gründen Impfungen ablehnt, ignoriere, dass die Schutzwirkung nicht nur ein Eigeninteresse ist. „Jeder Einzelne hat auch eine soziale Verantwortung auch Menschen vor Ansteckungen zu bewahren, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft werden können, z.B. Babys“, sagt Schneider. Die FDP-Fraktion fordert deshalb mehr Aufklärung, um die Eigenverantwortung der Menschen zu fördern, um Wissenslücken zu schließen, um Vertrauen zu Impfungen und Impfberatung zu erhöhen und um die Impf-Motivation zu steigern. „Propaganda-Filme wie „Vaxxed“ sind hingegen brandgefährlich. Die medizinische Aufklärung der Bevölkerung darf kein Glücksspiel sein, das von einem Kinobesuch abhängt“, sagt Schneider.